Sternhyazinthen – zart, aber nicht empfindlich

Im Vergleich zu den poetischen Pflanzennamen Schneeglanz, Schneeruhm, Schneestolz oder auch Sternhyazinthe ist die botanische Bezeichnung dieser Gattung ein ziemlicher Zungenbrecher: „Chionodoxa“ vereint in sich die griechischen Begriffe „chion“ für „Schnee“ und „doxa“, was u. a. soviel wie „Glanz“, „Ruhm“ oder „Stolz“ bedeutet. Als Heimat der grazilen Frühlingsboten gelten – je nach Art – die Türkei sowie die Inseln Kreta und Zypern.

Die Sternhyazinthe – Blüten und Vermehrung

sternhyazintheDie hübschen Blüten erscheinen in der Regel von März bis April. Sie sind meist himmelblau bzw. violettblau. Zur Blütenmitte hin hellt sich die Farbe auf. Es gibt auch weiß oder rosa blühende Gartenformen. Diese sind aber insgesamt empfindlicher. Ihre Anspruchslosigkeit und Gesundheit haben die Sternhyazinthen-Arten (Chionodoxa) mit vielen Kleinzwiebelgewächsen des Frühjahrs gemeinsam. An zusagenden Standorten verwildern sie leicht. Das Ergebnis sind Flächen, die zum Frühlingsbeginn mit tausenden kleinen Blütensternen übersät sind. Bis es soweit ist, muss allerdings etwas Geduld aufgebracht werden. Am besten vergisst man die Zwiebeln einfach nach der Pflanzung, damit sie ungestört wachsen können. So entstehen nach und nach große Horste, die sich dann mit ihrer Blütenfülle von selbst wieder in Erinnerung bringen.

Die Pflanzen vermehren sich sowohl durch die Bildung von Brutzwiebeln als auch durch Selbstaussaat. Ameisen helfen bei der Verbreitung der Samen. Die nur etwa haselnussgroßen Zwiebeln sind recht dünnhäutig. Sie trocknen daher leicht ein. Die übliche Pflanzzeit ist die Zeitspanne von September bis Oktober. Sternhyazinthen sind auch ohne Schutzmaßnahmen sehr winterhart und brauchen in normalem Gartenboden keine weitere Düngung. Wer ihnen trotzdem nach der Pflanzung eine dünne Schicht Kompost oder Lauberde spendiert, kann ziemlich sicher sein, dass sie auch den härtesten Frost überstehen und bestens mit Nährstoffen versorgt sind.

 Ansprüche und geeignete pflanzliche Nachbarn

Im Laufe der Zeit wurden Sternhyazinthen zu beliebten Zierpflanzen in privaten Gärten und öffentlichen Grünanlagen. Trotzdem sind sie nicht so häufig anzutreffen wie ihren engen Verwandten, die Blausterne (Scilla). Mit ihnen lassen sie sich jedoch sehr gut vergesellschaften, da ihre Ansprüche an den Standort ähnlich sind. Auch Schneeglöckchen-Arten (Galanthus) und Puschkinien (Puschkinia scilloides) kommen als Nachbarn in Frage. Massenbestände – gemischt mit Buschwindröschen (Anemone nemorosa; weiß blühend) und Hohen Schlüsselblumen (Primula elatior; gelb blühend) – wirken bezaubernd. Unter sommergrünen Gehölzen fühlen sich all diese kleinen Gartenschätze besonders wohl. Zur Blütezeit muss genügend Licht durch die Zweige dringen, während sie den Rest des Jahres ruhig unter einem Blätterdach verbringen können.

Durchlässiger, humoser und frischer Boden ohne Staunässe sagt ihnen besonders zu. Dieser sollte auch im Sommer nie vollständig austrocknen. An Stellen, die gut einsehbar sind, wie beispielsweise an Wegen und Terrassen oder in Vorgärten, können Sternhyazinthen ihren Zauber wirkungsvoll entfalten. Sehr schön sehen sie unter früh blühenden Sträuchern aus. Außerdem sind die Pflanzen zur Besiedlung von Steingärten oder für die Bepflanzung von Gräbern geeignet. Dabei ist die Anordnung in kleinen Gruppen immer am effektivsten. Vereinzelte Blumen werden leicht übersehen, da sie recht zart sind. Sternhyazinthen wachsen auch gut in Rasenflächen. Jedoch darf dann nicht zu früh gemäht werden, damit ihr Laub in Ruhe einziehen kann.

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