Flieder – Optik und Duft zeichnen ihn aus

„Vollfrühling“ heißt die Zeit, die im phänologischen Kalender unter anderem durch die Blüten des Gewöhnlichen Flieders gekennzeichnet wird. Bevor die Pflanze selbst zu sehen ist, verrät sie sich zur Blütezeit meist schon durch ihren betörenden Duft. Der „Wonnemonat“ Mai wäre ohne dieses charakteristische Gehölz um einen Gartenhöhepunkt ärmer!

Der Flieder stammt aus Südosteuropa

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Flieder – Foto: © Olivier Le Moal – Fotolia.com

Der Gewöhnliche Flieder (Syringa vulgaris) gehört der Familie der Ölbaumgewächse an. Als er aus seiner südosteuropäischen Heimat nach Wien gelangte, wurde er dort zunächst als „Türkischer Holler“ bezeichnet. Im Niederdeutschen heißt der Holler bzw. Holunder auch Flieder.

Dieser Name setzte sich letztlich durch und hat bis heute überdauert. Das sommergrüne Gehölz entwickelte sich zu einer beliebten Zierpflanze, die häufig in Gärten oder Parkanlagen zu finden ist. Im Laufe der Zeit entstand eine Vielzahl von Kulturformen. Die Farbpalette der hauptsächlich im Mai erscheinenden Blüten umfasst weiße und cremefarbene sowie hell-violette bis dunkel-purpurne Töne.

Schön und sehr pflegeleicht

Flieder ist recht pflegeleicht und gehört zu den Gehölzen, die nur hin und wieder etwas ausgelichtet werden müssen. Ein jährlicher Schnitt ist nicht zwingend notwendig. Vertrocknete Blütenstände können entfernt werden. Das kommt der Blühleistung der Pflanze im nächsten Jahr zugute, denn auf diese Weise kann die Kraft eingespart werden, die ansonsten in die Samenbildung fließen würde. Ist einmal ein radikaler Rückschnitt notwendig, so wird dieser meist ganz gut bewältigt.

Wurde der Flieder auf eine Unterlage veredelt, so müssen die häufig auftretenden Wildtriebe konsequent entfernt werden. Sie entziehen der Pflanze Kraft und beeinträchtigen meist die optische Erscheinung.

Bekannte Züchter und ihre Verdienste um den Flieder

Etliche Flieder-Züchtungen des Franzosen Victor Lemoine (1823-1911) bzw. seiner Nachkommen finden auch in der Gegenwart noch Verwendung. Die traditionsreiche Späth’sche Baumschule, welche ihren Sitz in Berlin hat, leistete ebenfalls wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung des Flieders. Viele auch heute noch angepflanzte Zuchtformen entstanden bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Bewährt hat sich beispielsweise ‘Charles Joly’ mit gefüllten Blüten, die in schönstem Purpur leuchten. Gleichfalls gefüllt blüht ‘Mme Lemoine’, die bis heute eine der bedeutendsten weißen Kulturformen ist. Die alte violette Züchtung ‘Amethyst’, die als sehr robust gilt, ist der Arbeit der Gärtnerdynastie Späth zu verdanken. Stark duftende Blüten in dunklem Purpur bringt ‘Andenken an Ludwig Späth’ hervor.

Verwendung und Standort

Verwendungsmöglichkeiten gibt es viele: Beispielsweise ist dieses schöne Gewächs gut geeignet für die Integration in eine frei wachsende Blütenhecke oder zur Anpflanzung in der Nähe von Sitzplätzen. Lichte Stellen in Wäldern oder Gebüschen und warme, sonnige Kalkhänge werden am Wildstandort bevorzugt. Für eine üppige Blüte ist ein sonnendurchfluteter Platz also ideal. Halbschatten wird auch vertragen, was aber auf Kosten der Blühleistung gehen kann.

Der Boden sollte gut durchlässig sein. Die Pflanze ist hitzeverträglich und hält einiges an Minusgraden aus. Auch verschiedene Tiere interessieren sich für das Gehölz: Als Nektarpflanze ist es beispielsweise von Bedeutung für Bienen und Schmetterlinge. Außerdem ernähren sich die Raupen diverser Eulenfalter von Pflanzenteilen des Gewöhnlichen Flieders.

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